|
zu
den Bildern
Die
Banausiade 2007: Auch nach neun Jahren in Höchstform.
Die
Banause-Zunft scheint auch nach neun Ausgaben noch lange nicht
müde. Das bewiesen sie zusammen mit den 120 auftretenden
Künstlern am 9. und 10. Februar in der Schützi. Schon der
obligate Prospekt liess viel erahnen: Einladung zur
Aufzeichnung der ersten Sendung von ORF – dem neuen Oltner
Regional Fernsehen.
Nach
dem fulminanten Intro von
Mimmo Russo
(der die Auftretenden wie immer musikalisch unterstützte)
begrüssten Massimo Hauswirth und Chris die Zuschauer mit
ihrer traditionellen Einführung in unvergleichlicher Sigi
Meier-Wortspielmanier: Da der Stadtpräsident nicht mehr von
der OT-Berichterstattung abhängig sein wolle, unterstütze er
emotionell und finanziell den neuen Lokalsender.
Und
schon trat der Regisseur in Aktion, der sich später als
Justav Marotzke alias Nöschi entpuppte. Er stellte fest, dass
jede TV-Station eine Tagesschau braucht. Dafür konnte er den
amtierenden Obernaaren Tobie dr 1. mit seinen Mannen
verpflichten. Köstlich die beiden Moderatoren, die
Simultanübersetzung, die vielen Gigs und Gags sowie die „Liveschaltungen“
zum hyperaktiven Fukorat oder zum Fasnachtsumzug in Wangen.
Die ganze Zunft stiess am Schluss mit ihrem Leitspruch „Pröschtli
mache“ auf die bevorstehende Fasnacht an.
Jeder
Sender brauche aber auch eine Erkennungsmelodie – meinte der
Regisseur und präsentierte für die Vertonung die 50 Mannen
der Guggi-Zunft. Als anschliessend aber der Zunftmeister Marco
Hofmann verkündete, man wolle nun bis zur Pause noch vier,
fünf Guggenstücke zum Besten geben, trat der Regisseur
dazwischen. Zum Glück konnte die Guggi den Regisseur mit
einer einmaligen Idee überzeugen: Einem gesungenes
Guggenstück. Hitparadenwürdig war dann das von Sängerin
Isabelle mit 2 Backgroundvocals und Guggenmusikern
präsentierte Lied „I work hard for the money“.
Das
Übertragen von Schnitzelbänken, wie das andere
Regionalsender tun, erschien den ORF-Produzenten zu
langweilig. „Da muss wat janz Neues her“ meinte der
Regisseur und schon startete die Gemeinschaftsnummer von
Höckeler und Banause: Ein Heavy Metal Schnitzelbank.
Begeisterungsstürme holten sich die „AC/DC-Musiker“ und
die beiden Schnitzelbänkler. Raffiniert kombinierten sie das
Stück „Highway to Hell“ mit einem
Stadthaus-Schnitzelbanktext.
Was
wäre Fernsehen ohne Herzschmerz respektive Herzblatt? Die
jungen Banausen bewiesen (wie schon früher mit ihren
unvergesslichen Kasperli- oder Höhlenmenschen-Nummern), dass
es der Zunft nicht an kreativem Nachwuchs mangelt. Dabei
holten sich nicht nur die drei Kandidaten (der haschrauchende
Fredi, der steife Postbeamte und der italienische Kellner)
ihre Lacher, sondern auch der Moderator und der Singlegast
Esthi W. aus O. Besonders raffiniert: Bis am Schluss
realisierten die drei Kandidaten nicht, in welcher Sendung sie
waren.
Nun
waren die Säli-Tropfi an der Reihe, welche seit neun Jahren
ohne Unterbruch dabei sind. Auch bei ihnen zeigte sich keine
Müdigkeit. Mit der von Pfeifer- und Trommler-Musik umrahmten
(und selber gedrehten) vier Film-Clips „Ruf mich an“
zeigten sie einen ebenso trockenen wie fernsehreifen Humor.
Ein Kompliment auch an die schauspielernden Wirte Rita, Jan,
Sven und Roger.
Da
der Stadtschreiber Dietler im Auftrag von Ernst Zingg ständig
telefonisch Einfluss auf das Programm nehmen wollte, warf der
Regisseur nach der Pause das Handtuch. Damit endeten die
Pausennummern jedoch nicht, denn die beiden Zuschauer auf dem
Balkon (hervorragend gespielt von Jürg Kubli und
Claude Feierabend
) übernahmen nun das Zepter.
So
kommentierten sie auch die von den Banausen köstlich
inszenierte Stadtsauna-Nummer. Das Publikum freute sich dabei
auf ein Wiedersehen mit dem Gäuer Coiffeur (alias
René Schluchter
) und dem Ostschweizer Zugführer (alias
Andy
Brupbacher. Nicht minder begeisterten der Sauna-Abwart, der
kanadische EHCO-Crack und das überraschend aus der Sauna
kommende „Rätschwyb“ Fränzi.
Die
aufmerksamen Banausiade-Fans wussten, dass nun Thomi Droll
kommen musste. Und wie er kam. Mit der fantastischen (und von
A bis Z selber produzierten respektive live gesungenen)
Sendung „Olten sucht den Superstar“. Dabei schlüpfte er
nicht nur in die Rolle des einzigen Jurymitglieds Chris von
Rohr, sondern auch in jene der Kandidaten Peter Hänggi,
Charly Fehlmann und Doris Rauber („ich bin so sexy“). Er
bewies damit, dass er sich ständig weiter entwickelt – und
so man darf sich auf sein total neues Jubiläums-Programm
freuen.
Wer
erinnert sich nicht gerne an die letztjährige
Psychiater-Nummer von Nöschi? Und so waren alle Zuschauer
gespannt, in welche Rolle er dieses Jahr schlüpfen wird.
Heraus trat – im Schweinchen-Kostüm – der homophile
Moderator Philip und präsentierte seine Sendung „Ein
Plätzchen für Tierchen“. Diese stellte sich nicht nur als
äusserst pointen-, sondern auch abwechslungsreich heraus. So
gab es die Kleidermotte von Sie+Er, die Küchenschabe des
Küchen-Tigers, die schreibende Altstadt-Katze Toulouse, den
sprechenden Papagei Stapeli oder den jungen Hund von Monika.
Die
beiden Zuschauer auf dem Balkon vermissten am Schluss nur
eines: Einen internationalen Höhepunkt, wie der am Edinburgh
Tattoo. Schon stand ein Dudelsackspieler neben ihnen, der das
Solothurnerlied spielend zur Gemeinschaftsproduktion der Pipes
and Drums aus Luzern mit der Musikgesellschaft Biberist
überführte. Hühnerhaut verursachte das Tutti von „Scotland
the Brave“. Hühnerhaut verursachte aber auch die am Schluss
traditionell von allen Auftretetenden gesungene Arie aus
Nabucco. Und alle mitsingenden Zuschauer hofften sicher, dass
die zehnte Banausiade nicht die letzte sein wird.
zu
den Bildern
|