|
zu
den Bildern
10
Jahre Banausiade: Danke, danke, danke.
Was 1999 als einmaliger Obernaaren-Anlass der Banause-Zunft
gedacht war, hat sich seither zu einer veritablen
Erfolgsgeschichte gemausert und konnte am 25. und 26. Januar
das 10 Jahre Jubiläum feiern: Die Banausiade.
Die
Banausiade-Besucher staunten nicht schlecht, als sie dieses
Jahr auf der Schützi-Bühne ein stimmendes 27 Musiker starkes
Streich- und Blas-Orchester sowie ein grosses
Blumenladen-Dekor vorfanden. Punkt 20 Uhr gab dann Dirigent
(und Arrangeur) Heinz Schoenenberger das Zeichen zur ebenso
anspruchs- wie genussvollen klassischen Ouverture.
Schon
traditionell war der Auftritt von Massimo und Chris, welche
dieses Jahr jedoch nicht nur die Gäste begrüssten, sondern
auch in Erinnerungen schwelgten. Als sie dann im Blumenladen
175 Rosen für die anwesenden Damen bestellen wollten, trat
der Florist (köstlich gespielt von Roger Schibler) zum
ersten Mal in Erscheinung. Seine Assistentin Veronika
(Beatrix Walther) stellte sich in der Folge mit 2 Arien
(ebenfalls begleitet vom „Hof-Orchester“) als begnadete
Sopranistin heraus.
Die erste
Halbzeit
Nahtlos
ging es zu den 6 Auftritten der ersten Halbzeit über. Dabei
zeigte sich, dass die 5-köpfige Bühnencrew unter der Leitung
von Luki Buser Schwerstarbeit leisten musste. Als Erster
machten Adi dr Erscht und seine (40!) Frösche die Aufwartung
und stimmten die Zuschauer als Sänger, Akkordeonisten,
Pfeifer und Obernaaren-Band auf die bevorstehende Fasnacht
ein. Die Rutishuser & Co, welche die Banausiade schon zum
vierten Mal beehrten, kamen als originalgetreue Hippies auf
die Bühne und liessen bei den Zuschauern Flowerpower-Gefühle
aufkommen. Köstlich waren auch Polizist Nagy (der Sex, Drugs
and Rock’n’Roll verbot) und die Rätschwyber-Blumenkinder.
In der dritten Nummer präsentierten
sich vor dem Blumenladen ein paar unvergessliche
Protagonisten der letzten 9 Jahre: Jäggi Jos und Studer
Franz (Andy Brupbacher und René
Schluchter), der Strassenmusiker (Thomi Droll), BlasArt
(unterbrochen durch den reklamierenden Dixie-Preacher Peter
Christ), Hugo Riggenbach (mit seinen genialen
Schnitzelbänken), Hascher Fredi Hinz mit Geburtstagstorte
(Sven Nobs) und Esthi W. aus O. (Philippe Moll) verursachten
Lacher am laufenden Band. Das Ganze ging dann nahtlos zum
nächsten Höhepunkt über, als sich das richtige Esthi W. aus
O. über die „billige Kopie“ beklagte und zusammen mit den
beiden Kolleginnen aus Bern und Bischofszell das Zepter
übernahm. Schnell erkannte das Publikum: Hier waren die
Rätschwyber an der Reihe. Der Sketch endete schliesslich in
einem professionellen und mitreissenden Linedance.
Wortspiele am laufenden Band präsentierte Alt-Obernaar Clavi
als Fazer. Da ihm der Besuch des Höckeler-Kellers
(respektive der Aufstieg) nicht gut bekam, musste er beim
Chiropraktiker die unmöglichsten Prozeduren über sich
ergehen lassen. Den vielbeklatschten musikalischen Abschluss
der ersten Halbzeit boten die Papapalagi, welche bereits zum
8. Mal dabei sind. Auch sie liessen sich wieder einen
ungewohnten Guggen-Auftritt einfallen, indem sie gemeinsam
mit der Steelband Fassamorgana den Song „Music was my first
love“ interpretierten. Leider ging der Wunsch der Banause
nicht in Erfüllung, dass Papapalagi „in den gleichen Gwänder
wie auf dem Akt-Kaländer“ auftraten.
Die
zweite Hälfte
Nach der
halbstündigen Pause starteten die Säli-Tropfi fulminant in
den zweiten Teil. Mit köstlichen Protagonisten wie Ueli
Müller (als Petrus und Pavarotti seelig) und René Wernli
(als wahrhaftiger Teufel). Vor allem aber mit den drei
musikalischen Perlen der Pfeifer und Trommler. Anschliessend
zeigte die Banause-Clique, was die Schnitzelbank-Fans am
Schmutzigen Donnerstag von ihnen erwarten dürfen: Eine in
dieser Form noch nie gesehene Opera Commedia auf höchstem
Musik- und Text-Niveau.
Höchste
Erwartungen musste dann nach 9 Auftritten in 9 Jahren auch
Thomi Droll erfüllen. Vorweg: Er erfüllte sie zu 100 %.
Indem er mit einer raffinierten Film- und
Liveauftritt-Kombination das Gerücht zerstreute, die 10.
Banausiade sei die letzte. Ovationen holte er sich als
unvergesslicher Dean Martin und Strassenmusiker, vor allem
aber als Thomi Droll mit seinem selbst vertonten Chor und
seinen live gesungenen Trauer- und Freudes-Liedern.
Nun
fragten sich die Zuschauer: Kann auch Nöschi sein gewohnt
hohes Niveau halten? Vor allem aber: In welche Rolle
schlüpft er und wer kriegt dieses Jahr sein Fett weg? Er kam
als Laienrichter Peter Hänggi, der einen neuen Job hatte und
nun im Schnellverfahren (zusammen mit
Laien-Gerichtsschreiber Charly) verschiedenste Klagen
behandeln musste. Das Fett weg kriegten vor allem die
Golfspieler und die golfspielenden Oltner Anwälte. Aber auch
Nöschi selbst hatte eine Sammelklage einiger „Opfer“ am
Hals. Dutzende von Lachsalven zeigten: Das war wieder Comedy
vom Feinsten.
Ebenfalls
traditionell war das Finale: Das gemeinsam gesungene Va
pensiero aus Nabucco. Dieses Mal festlich unterstützt durch
das Orchester und (der am Samstag trotz Grippe anwesenden)
Sopranistin Beatrix Walther aus Bern.
Zum
Schluss dürfen sicher auch noch ein paar Komplimente
verteilt werden: Ein Erstes an die Raucher, welche mit
wenigen Ausnahmen dem Wunsch (und nicht dem Verbot)
nachkamen, während der Vorstellung nicht zu rauchen. Ein
Zweites an Siegfried Meier für sein geniales Ghostwriting.
Ein Drittes an Mimmo Russo (der seit 10 Jahren das Programm
musikalisch umrahmt) und zum Tanz aufspielt. Eines an die
Ton- und Lichttechnik von Peacock Sound. Und ein Weiteres an
die fleissigen Banausen in der Gastronomie. Das grösste
Kompliment gehört jedoch (gemäss Banause-Zunft) dem treuen
und begeisterungsfähigen Publikum.
Dank
Thomi Droll war zum Schluss allen bewusst: Es gibt eine 11.
Banausiade. Und wie man hörte, wird auch ein Grossteil der
700 Zuschauer 2009 wieder gerne dabei sein.
zu
den Bildern
|