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NEUE
MITTELLAND ZEITUNG
STADT
OLTEN
MONTAG,
24. FEBRUAR 2003
Geballte
Ladung pointenreicher Highlights
Banausiade
Die 5. Ausgabe des vorfasnächtlichen Anlasses begeisterte das
Publikum
Fast
ein Dutzend Auftritte umfasste die diesjährige Banausiade -
einen Knüller nach dem andern. Am Freitag- und Samstagabend
liessen sich insgesamt 540 frohgelaunte Fasnachtsfreunde in
der mit blau-roten Luftballons dekorierten Schützi während
Stunden köstlich unterhalten.
heinz
lätt
Die
Banausen, sekundiert von andern Zunftgenossen, stellten auch
diesmal eine Bühnenschau auf die Beine, die punkto Esprit und
Witz keine Wünsche offen liess. Die Banausiade, 1999 als
Grafschaft Olten zur Mitfinanzierung des Obernaaren Nöschi
ins Leben gerufen, konnte dieses Jahr ein kleines Jubiläum
feiern: Fünf Jahre Jubel und Trubel.
Musikalische
Banausiade-Rückschau
Heinz
Schönenbergers Orchester «BlasArt» und der äusserst
flexible Hausmusiker Mimmo Russo eröffneten das
abwechslungsreiche Programm mit einer musikalischen Rückschau
auf die fünf bisherigen Banausiaden-Jahre. Massimo Hauswirth
und sein Elsässer Freund Chris, der für jedes Jahr eine
Jubiläumskerze anzündete, beschränkten sich diesmal auf
eine einzige Ansage, welche dafür umso poetischer ausfiel. In
der Folge war kein Ansager mehr nötig, denn zwischen den
Nummern tauchte jeweils Oeschs Catering Team auf - immer mit
der falschen Kochkiste am falschen Ort, was natürlich am
laufenden Band zu Irrungen und Wirrungen führte - ein «Running
Gag» à la Taxi-Nummer 2001.
Rutishuser & Co. - als Bier trinkende
Lederhosen-Bayern-Band von der Banausiade 2001 her noch
bestens im Gedächtnis - hatten sich zum Auftakt etwas
Besonderes einfallen lassen: Ihr fingiertes
Playback-Revox-Tonband lief ab - dummerweise rückwärts.
Dementsprechend sangen die sechs Musiker ihr Stück teilweise
«hinderzi statt fürsi». Diese gesangliche Herausforderung
brachte das Publikum schon richtig in Schwung. Und Stapi Ernst
Zingg setzte gleich noch einen obendrauf. Er besitzt an der
Banausiade bekanntlich ein Abonnement für den Auftritt als
gewiefter Büttenredner. Diesmal kam er als festlich
gestimmter «Jubilar» daher, und männiglich staunte erneut,
wie ein normalerweise «trockener» Politiker mit spitzen
Reimen seine politischen Zeitgenossen und vorab seine Oltner
«Fuulhorn»-Clique trefflich aufs Korn zu nehmen verstand.
Wie gut sich doch «prima» auf «Prina» reimt.
Die
Suche nach der zündenden Idee
Thomi
Droll ist an der Banausiade seit fünf Jahren ein Begriff für
Klamauk. Hatte er schon letztes Jahr als beschwipster Dean
Martin den Vogel abgeschossen, so durfte das Publikum diesmal
einen Blick in Thomis Atelier werfen und ihn beobachten, wie
er verzweifelt nach einer zündenden Idee für die Banausiade
2003 suchte. Dass dabei einiges schief lief, das Ganze jedoch
gleichwohl zur Kreation origineller Gesangsnummern führte,
versteht sich von selbst. Die Papapalagi, Stammgäste seit
ehedem und jeweils einzige Vertreter dieses Genres,
zelebrierten gewohnt bravourös Jubiläums-Guggeklänge. Sie
brachten eine riesige Geburtstagstorte mit, der als Geschenk für
die Banausen eine recht muskulöse und in die Jahre gekommene
Marylin Monroe entstieg.
Nach der Pause ging es im gleichen Text weiter. Massimo hatte
seine Banausen-Zunft schon immer zu einer Operetten-Nummer überreden
wollen; nun wurde ihm das Ansuchen gewährt. Und das ging so:
Im Banausenkeller ärgerten sich zwei Zünfter über das
Operetten-«Gstürm», gaben indes mit Massimo immerhin ein
paar Gesangsproben zum Besten. Als exquisites «Jubiläumsgeschenk»
trugen hierauf die zwei «aus Wien eingeflogenen» Profis
Isabelle Witschi (Sopran) und Markus Barth (Tenor) einen
ganzen Reigen von bekannten Operetten-Ohrwürmern vor.
Nöschis Auftritte haben Tradition. Diesmal schlüpfte Nöschi
in die Rolle des nicht mehr ganz frischen Einmann-Musikers
Rocco Solo, der zuerst radebrechend über seine (sicher
erfolgreicheren) Oltner Musikkollegen herzog und alsdann mit
den Banausen-Sängern das Publikum in Erinnerungen schwelgen
liess.
Auch die Höckeler-Zunft meldete sich mit einer herrlichen
Lachnummer zurück: Maurice, Reto, Roman, Erich und der ewig
junge Hugo (natürlich im FCB-Dress) standen vor ihrer leeren
Fasnachtslaterne und suchten verzweifelt nach lustigen Sprüchen,
wobei natürlich köstliche Pointen aus der Taufe gehoben
wurden. Auch für den Namen «Burri» war ja leicht ein Reim
zu finden.
Alle
zusammen auf der Bühne
Die
Sälizunft, ebenfalls ein treuer Begleiter der Banausiade,
durfte zum Programmende das Pünktchen aufs «i» setzen.
Endlich konnte unter dem aktuellen Obernaar Säli-Heinz 03
eine alte Idee realisiert werden, nämlich die Trommler und
Pfyffer, die Schnitzelbanksänger und die Guggenmusiker in
einer Nummer zusammenzuführen. Der «obernärrische
Musikfachmann» Heinz Schönenberger schrieb das Arrangement
des bekannten englischen Volkslieds «Amazing Grace» für
eine Trompete, 30 Trommler und Pfyffer, 15 Banausen-Sänger
und etwa 40 Guggemusiker. Welch ein fulminanter Schluss mit
sage und schreibe gegen 90 Musikern auf der Bühne. Die
Begeisterung im Publikum war riesig.
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den Bildern
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