Schiff ahoi - neun Banausen in den Norfolk Broads Geschichte und Gegenwart

Die Schiffsreisen von neun Mitgliedern der Banause-Zunft zu Olte dürfen durchaus als Tradition bezeichnet werden. Denn alle zwei Jahre geht's auf zwei Hausboote irgendwo in England, Schottland oder Irland. Nach Loch Ness (Schottland, 1989), dem Shannon Nord (Irland, 1991 ), den Norfolk Broads (Südostengland, 1993), der Themse (bei Oxford, 1995), den Fjorden in der Nähe von Glasgow (Schottland, 1997) und dem südlichen Shannon (1999) ging's am 12. Mai 2001 zum siebten Mal auf Reise - in die Norfolk Broads.

Dabei können die Banausen auf zwei brevetierte Skippers, auf eingespielte Matrosen, auf einen hervorragenden Koch und natürlich auf viel Erfahrung zählen. Dazu gehört selbstverständlich auch eine Kleider- und Packordnung (von den Shorts- bis zur Winterjacke, da man von -10° C bis + 25° C schon alles erlebt hat), eine Verpflegungsliste (von Grappa über Gewürze bis Fleischmesser) und eine Shopping- liste (da man meist nach dem ersten Tag kaum mehr grössere Geschäfte antrifft).

Fahren und fliegen

So ging's dann am 12. Mai bereits um 05.30 Uhr mit Privatchauffeuren (Schmid & Butz) nach Kloten. Glücklicherweise hatte der OK-Präsident das Gepäck am Vorabend eingecheckt -und so konnte man nur noch durchspazieren und einige rauchende und alkoholhaltige Dutyfree-Produkte posten. Nach einem kurzen Stop- over in Amsteram ging's mit einer kleinen Kiste über den Kanal nach Norwich. Beim Gepäckholen auf dem gemütlichen Flughafen kamen wieder Erinnerungen an 1993 hoch, als Husis Sargkoffer nicht ankam.

Bootsbezug und Shopping

Die zwei Besitzer der typischen englischen Taxis machten wir mit Trinkgeld und dem Versprechen, dass sie uns wieder holen dürften, glücklich. Da die Boote noch nicht ganz fertig gereinigt waren, war Shopping angesagt. Trotz Shopping-liste und klarer Aufgabenverteilung kaufte irgend ein Wahnsinniger sieben 2-Liter-Flaschen Sprite. Und der OK-Präsident unterschätzte die Anzahl English-Beer-Fans an Board und kaufte tonnenweise Bitter Ale. Als es mit 5 grossen, vollgestopften Einkaufswagen an die Kasse ging, brach alles zusammen, d.h. alle Augen starrten auf die neun Wahnsinnigen, die offensichtlich für zwei Monate einkauften. Dann nichts wie weg zum ersten Pub-Besuch. Anschliessend konnten die Boote bezogen werden. Zum grossen Glück war die Bootseinteilung klar geregelt, so gab's nur noch kleinere Scharmützel um eine ca. % m2 grössere Kabine. Die modernen, gut eingerichteten Boote (inklusive relativ grosse Duschen) boten zwar viel Wohnraum. 3 der 5 Kabinen waren jedoch relativ klein.

Rind und Rind

Von nun an sollten wir jeden Abend von Willi "Bocusse" Niggli verwöhnt werden. Unser Starkoch (Gault Millau-Wertung 2001: 19+) machte auch viele Metzger glücklich, wenn er 2 x 3 kg vom besten Beef postete. Er rief aber auch Unverständnis hervor, wenn er den Metzgern erklärte, dass diese Rindsfilets für einen Eintopf vorgesehen seien. Die Anregung eines Banausen, man könnte doch zur Abwechslung mal einen frischen Chüngel machen, wurde vom Koch mit der Bemerkung "wir fressen doch kein Ungeziefer" sofort wieder unter den Tisch gewischt.

Wetter und Prognosen

Die Swissair-Gutwetter-Prognose schien am Samstag und Sonntag zu stimmen: Verbrannte Köpfe waren das Resultat. Von dann an ging's nur noch bergab. Montag bis und mit Freitag: Nieseiregen, starker Regen, horizontaler Regen, kalter Regen, nasser Regen usw.

Land und Leute

Wer Irland erlebt hat, ist von den Norfolk Broads etwas enttäuscht. Dazu kam, dass extremes Hochwasser herrschte und wir gewisse schöne Flüsse I Kanäle nicht befahren konnten. So konzentrierte man sich eben auf architektonische Sehenwürdigkeiten, wie zum Beispiel Pubs oder Pubs. Aber auch Pubs wurden ab und zu besucht. So wie zum Beispiel nach der Miniatur-Dampfeisenbahnfahrt, als 8 Banause (einer war draussen am täubelen) von 11.30 bis 13.30 Uhr sämtliche Whiskyvorräte eines Pubs vertilgten. Nachdem man notgedrungen ins zweite (der zwei im Dorf befindlichen) Pub wechselte, ging es mit der gleichen Kadenz weiter - was die Bewunderung der anwesenden Einheimischen hervorrief.

Stimmen und Stimmung

Leider fragte kein Schwein nach musikalischer Unterhaltung. Obwohl Nöschi doch sein kleines rotes Handörgeli dabei hatte. So blieb es halt bei abendlangen Diskussionen, die dann meistens dank Peter Christ einen Höhepunkt erlebten. So wurden aus Messebauern Plattenbieger und aus Grossküchenplanern Chromstahlsniffer. Manchmal wurden aber auch aus Chicken and Chips plötzlich zu Pommes and Chips. So oder so: Peter Christ schlug sich mit seiner offenen Landhockey-Seele überall bestens durch. Ab und zu gab es auch kleinere Diskussionen über Wohlgerüche oder Fehlgerüche. Glücklicherweise konnten sich die vier Golfer immer wieder beim Golfen abreagieren -obwohl sie (bei einer riesigen Auswahl) immer auf dem gleichen, anspruchslosen Golfplatz spielten.

Duschen und strecken

Schon fast obligat verbringen die Banausen die letzte Nacht in einem Hotel. Um sich wieder mal so richtig zu duschen, die miefenden Kleider zu wechseln und sich in einem so richtig grossen Bett auszustrecken. The Georgian House in Norwich war klein und fein. Auch die Stadt selbst bot einiges -und man staunte, dass es in England doch noch einigermassen schöne Menschen gibt.

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...s'müend Banause si.

 

...s'müend Banause si.