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NEUE
MITTELLAND ZEITUNG
STADT
OLTEN
MONTAG,
4. FEBRUAR 2002
Banausiade
mit Prost'Oscar-Verleihungen
Olten
Im zweimal ausverkauften Kulturzentrum Schützi herrschte eine
Superstimmung
Heinz
lätt
Zweimal
je 280 Frohgelaunte - rhythmisch eingestimmt durch die Schönenbergers
Brassband - amüsierten sich köstlich über die vielen
Glanzideen, die der neu inszenierten Banausiade, entfernt
vergleichbar mit dem Schariwari von Basel, zugrunde gelegt
waren. Für die Prost'Oscar-Verleihung sei, wie der durch den
Abend führende Jury-Governor Massimo eingangs betonte, von
den Oltner Kulturgremien punkto Kompetenz gar kein anderes in
Frage gekommen als die FAKKKO, die «Freie Akademie für
Kunst, Klamauk und Klimbim Olten». Als Controller der à la
Hollywood zelebrierten Preisübergabe durfte natürlich der
kleine unbestechliche Elsässer Chris nicht fehlen. Er bestätigte
Massimos Hauptregel des Wettbewerbs: Beim Prost'Oscar messen
sich Oltner FAKKKO-Produktionen mit zum Teil bereits
Oscar-gekrönten Filmen.
Von
Brando bis Winslet und di Caprio
So
war denn das heitere Schauspiel eröffnet. Zuerst wurde der
Prost'Oscar für beste Choreographie und Tanz vergeben.
Nominiert waren die Filme «Sexy Beasts» (Ursula Berger und
das Ballett des Altersheims Stadtpark), «Natürlich blond»
(Hugo Rüttimann und sein Sprayerinnen-Ballett), «Moulin
rouge» (Nicole Kidmanstein und das Turnierballett «off
Broadway»). Als erstes Jury-Mitglied betrat Pate Don Corleone
Marlon Brando (alias Tommy Droll) die Bühne und entnahm dem
Kuvert den Namen des ersten Preisträgers: «Moulin rouge».
Für die Anwärterschaft auf die beste männliche Nebenrolle
waren die Filme «Gute Nacht, Mister President», «Traffic»
und «Herr der Ringe» vorselektioniert worden, natürlich
stets unter Bezugnahme auf eine Oltner Persönlichkeit. Direkt
aus dem Studio von Walt Disney kommend, erkoren Micky und
Minnie Mouse den Banausiade-erprobten Ernst Zinggenstein als
Prost'Oscar-Gewinner. Und der «kleine Stapi» nutzte seine
Nebenrolle, um in gewohnt kecker Rede und mit der
Anton-aus-Tirol-Melodie Städtisches und Stadthäuslerisches
aufs Korn zu nehmen. Für den besten männlichen
Hauptdarsteller standen «Crouching Tiger - Hidden Dragon»
(zu deutsch: Kriechender Tiger - versteckter Drachen (mit
Alfred Grolimund und Rita), «Der Komiker» und «Die letzte
Festung» zur Diskussion. Den Prost'Oscar verlieh Miss
Doubtfire an Tommy Droll für seine tragikomische Hauptrolle
eines Komikers, der sich auf die Entgegennahme des
Kulturpreises seiner Heimatstadt vorbereitet. Für die Würdigung
der besten ausländischen Produktion waren die «Titanic»-Helden
Kate Winslet und Leonardo di Capri aus Hollywood eingeflogen
worden. Aus drei Nominationen war der Film «Fasnacht - die
ich meine» erkoren worden, und die Trophäe ging an
Ex-Obernaar Nöschi und sein Banausenchörli. Grosses
Schmunzeln löste ein Intermezzo aus, indem ein Verkäufer mit
Namen Linus auf seinem Tablett ganz spezielle Waren anpries,
darunter Toblerone, Mohrenköpfe und Chiantiwein. Woody Allen
oblag es, mit dem Prost'Oscar für die beste Regie die Sälizunft
für den von ihr inszenierten Film «Play back - die
Vergangenheit vor uns» (Wahltheater des Obernaars 2003) zu würdigen.
Saallüftung
wurde verbessert
Keine
Geringere als Bette Davis war der Gruft entstiegen, um in der
Schützi die beste weibliche Darstellerin des Jahres mit dem
Prost'Oscar auszuzeichnen: Ludmillla Schweizer-Russky in ihrer
auf der Bühne vom Duo Kohler-Kubli sofort nachgespielten
Rolle als emanzipierte Markt-Strategin im Film «Was Frauen
wollen». Liz Tylor und Michael Jackson ihrerseits übergaben
einen weiteren Prost'Oscar für den besten Dokumentarfilm «Auf
der Suche nach dem Kuckucksei» an die Altstadtzunft.
Zum Abschluss der vierten Banausiade wurde die Auszeichnung für
den besten Song vergeben. Hiezu waren die Beatles auferstanden
und statteten für die letzte Prost'Oscar-Verleihung erstmals
Olten einen Besuch ab. Ihr Jury-Urteil fiel auf den Film «Mad,
Mad». Die angewandten technischen Finessen an diesem neusten
Vorfasnachts-Event seien letztlich ebenso anerkennend erwähnt
wie der erstklassige Begleitsound von Mimmo Russo,
die einwandfrei funktionierende Selbstbedienung und die
verbesserte Saallüftung.
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